Welche Jobs in Zukunft wichtig werden

Durch Automatisierung und Künstliche Intelligenz fallen Jobs weg – neue hingegen entstehen. Welche Berufe werden in Zukunft gut bezahlt sein? Nicht alle Trends werden im Bereich IT und Software stattfinden. Von Alice Greschkow

Wie werden Menschen in Zukunft ihren Lebensunterhalt verdienen? Wie stark werden die Automatisierung und Künstliche Intelligenz Arbeitsplätze zerstören? Wie viele Jobs entstehen durch den neuen Trend? Über die Transformation der Wirtschaft durch moderne Technologie wird gegenwärtig viel spekuliert. Einige Trends sind klar, doch man darf keine voreiligen Schlüsse ziehen.

Technologie verändert Berufsbilder

Es gehört zu einer normalen wirtschaftlichen Entwicklung dazu – Innovationen verändern Produktion und Arbeit. Genauso wie das Fließband die Effizienz in Werkstätten um ein Vielfaches steigerte, besteht ein ähnlich großes Potenzial – wenn nicht sogar ein größeres – für die digitale Transformation. Führende Forschungsinstitute und Experten sind sich einig: einige Arbeitsplätze werden verschwinden, andere Berufsbilder verändern sich stark.

Jedoch ist nicht klar, was genau passieren wird. Das Deutsche Bank Research Institut entwickelte zwei Extremszenarien – in beiden gehen sie vom Verlust von Arbeitsplätzen durch Automatisierung aus, jedoch unterscheidet sich der Umgang mit diesem Umstand. In einer überzeichneten negativen Variante würde man eine kleine digitale Avantgarde fördern, während für den Rest prekäre Dienstleistungen übrigblieben. Oder man kann das Plus an Gewinn durch mehr Produktivität in die Gesellschaft und Ausbildung investieren.

Doch auch außerhalb von Deutschland scheint der Trend klar: das Brookings-Institut geht davon aus, dass ein Viertel der Arbeitsplätze in den USA durch Automatisierung verschwinden könnte. Die OECD hingegen kalkuliert, dass 14 Prozent der Jobs in den reichsten Ländern der Welt verschwinden werden, etwa ein Drittel der Berufsbilder wird sich in Aufgaben und Anforderungen stark verändern.

IT, Pflege, Industrie – wo entstehen neue Jobs?

Gegenwärtig entstehen durch den Digitalisierungstrend mehr Jobs, als wegfallen. Doch vor den Prognosen der Jobveränderung bleibt die Frage: wo entstehen neue Jobs? Die Karriereplattformen LinkedIn und Monster sowie das Magazin Business Insider versuchten Prognosen zu erstellen über die konkreten Jobs, die entstehen – und welche heutigen Vorerfahrungen dafür wertvoll sein könnten.

Die großen Gewinner sind Softwareentwickler – ob als App-Entwickler, Data Consultant oder KI-Experte: gerade LinkedIn sieht die Zukunft der gutbezahlten Jobs in der Welt der Bits und Bytes. Aber auch im Bereich der Datensicherheit und des digitalen Rechts werden Experten laut LinkedIn benötigt. Auch in den Bereichen Gaming und Utility soll der Bedarf wachsen. Das Digitale dominiert in dieser Vision alles – sowohl die Personalabteilung als auch das Projektmanagement. „Agile Coach“ – jemand, der Teams auf schnelle Veränderungen vorbereitet und Prozesse entsprechend anpasst – könnte bald auch gesucht werden.

Business Insider und Monster weiten den Blick – sie sehen einen großen Bedarf in Gesundheitsdienstleistungen. Mit dem Altern der geburtenstarken Nachkriegsgeneration wird ein effizientes Gesundheitsmanagement notwendig sein. Auch Unternehmer und Investor Kai-Fu Lee schrieb in seinem Buch „AI-Superpowers“, dass die Fähigkeit, die Künstliche Intelligenz nicht imitieren kann ist die Fürsorge. Im Gesundheits- und Pflegebereich besteht bereits ein Personalmangel – dieser dürfte sich verschärfen. Aber ob diese Jobs in Zukunft besser vergütet werden, ist fraglich.

Schaffen es Menschen sich mehrfach umzuqualifizieren?

Es wird voraussichtlich auch Weiterentwicklungen von Berufen geben. Der Automechaniker wurde bereits zum Mechatroniker, zukünftig könnte er ein Spezialist für selbstfahrende Fahrzeuge werden. Es gibt laut Monster eine Reihe von Berufen, die eine Weiterentwicklung bestehender Jobs ist – der Stadtplaner könnte zum Experten der autonomen City-Logistik werden.

Die Frage ist: werden es dieselben Menschen, deren Jobs weggefallen sind, es schaffen sich in ihrem Erwerbsleben mehrfach umzuschauen? Die Prognosen deuten darauf hin, dass es weiterhin genug Arbeit geben wird – doch der Druck sich zu verändern wächst dabei. Diejenigen, die sich nicht weiterentwickeln können oder wollen, werden im Zweifel das Nachsehen haben. Inwiefern ein tatsächliches Gefahrenpotenzial für soziale Spannungen entsteht, ist ungewiss – wie vieles in der Zukunft.

Tatsache ist, dass niemand genau weiß, was kommen wird, doch die Politik hat bereits erkannt, dass sie die Weichen dafür legen muss, dass Menschen sich weiterbilden können. Automatisierung und Künstliche Intelligenz sind nämlich kein Hype – sie verändern bereits jetzt unseren Arbeitsmarkt. Gewiss ist, dass Arbeitnehmer mehr Offenheit für ihren eigenen Weg benötigen. In Zukunft könnten sie nämlich einer Tätigkeit nachgehen, die bisher noch nicht erfunden wurde.

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