Von Alice Greschkow

Es tut sich einiges in puncto Arbeitsmarktpolitik. Wie der Tagesspiegel berichtete, gründet die Bundesregierung einen „Rat der Arbeitswelt“ ein. Der ehemalige Ver.di-Chef Frank Bsirske und die Siemens-Personalvorständin Janina Kugel sollen dem Gremium vorsitzen. Arbeitsminister Hubertus Heil möchte den Wandel der Arbeitswelt besser begleiten.

Frank Bsirske, früherer Ver.di-Chef wird Teil des neuen “Rats der Arbeitswelt”; Foto: Tobias M. Eckric via Wikimedia. CC 3.0
Neuer Rat soll Wandel der Arbeitswelt begleiten

Es ist keine Überraschung, dass Heil sich um realpolitische Lösungen kümmern möchte und die Arbeits- und Sozialpolitik entstaubt. Erst im September hatte das Bundesarbeitsministerium den Ergebnisbericht „Neue Arbeit – Neue Sicherheit“ vorgestellt. In dem vorangegangenen Prozess begleitete das Ministerium in einer Reihe von Gesprächsveranstaltungen in der gesamten Bundesrepublik die Trends, die auf Arbeitnehmer zukommen.

Dabei hat Heil sowohl die Veränderung der Berufsbilder als auch den Bedarf an sozialer Sicherung genau unter die Lupe genommen. Mit Kugel und Bsirske verbindet er Expertise aus der freien Wirtschaft mit Gewerkschaftserfahrung. Sie erhalten Unterstützung aus der Wissenschaft in Person von Soziologin Sabine Pfeiffer, Ulrich Walwei, Vize-Direktor des Instituts für Arbeits- und Berufsforschung sowie BWL-Professorin Uschi Backes-Gellner.

Breites Spektrum an Interessen und Themen

Den Mittelstand vertritt der frühere Präsident der Handelskammer Berlin, Stephan Schwarz. Sinischa Horvat, Betriebsratsvorsitzender bei BASF, sowie zwei Startup-Vertreter ergänzen das Team. Damit hat der Rat eine klassische Zusammensetzung, um die Interessen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern bei der Gestaltung der modernen Arbeitswelt zu beachten.

Ein breites Spektrum an Themen kommt auf das Gremium zu. Die Digitalisierung der Arbeitswelt sowie der demografische Wandel erfordern Lösungen bei der Suche nach Fachkräften in Wirtschaft und dem Gesundheitswesen. Dazu müssen Arbeitnehmer dabei unterstützt werden, wenn sie Fort- oder Weiterbildungen in neuen Branchen wahrnehmen möchten. Zugleich geht es um Produktivität und wirtschaftlichen Wettbewerb. Wie die Aufgaben verteilt werden, will Hubertus Heil im Januar 2020 bekannt geben.

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