Ex-Verdi-Chef Bsirske will in den Bundstag

Ex-Verdi-Chef Frank Bsirske könnte für die Grünen zum Glücksgriff in Wolfsburg werden. Der frühere Gewerkschaftsfunktionär möchte 2021 in den Bundestag einziehen. Von Alice Greschkow

Foto: Kay Herschelmann

Der langjährige Vorsitzende der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi Frank Bsirske will für die Grünen für den Bundestag kandidieren. Der 68-Jährige bestätigte seine Ambitionen in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung und wolle sie bei der nächsten Mitgliederversammlung der Grünen verkünden. Für die Partei könnte Bsirske ein Gewinn sein. 

Grüne etablieren sich in Arbeitnehmerfragen

Nachdem mit Anja Piel eine frühere Grünen-Politikerin in den Vorstand des Deutschen Gewerkschaftsbundes aufgenommen wurde, wäre Bsirske der zweite prominente Kopf, der die Dimensionen Arbeit und Ökologie verbinden würde. Traditionell sind die Grünen weniger für die Arbeitnehmerseite als Partner bekannt gewesen, mit höheren Werten bei Wahltrends etablierteren sie sich jedoch zunehmend. Bsirske vermittelte bei der Ernennung Piels in den Vorstand.

Bsirske könnte für die Grünen ein Glückstreffer sein. Er möchte im Wahlkreis Helmstedt-Wolfsburg antreten – ein traditionell gewerkschaftlich stark organisiertes Gebiet mit Prägung durch Volkswagens Betriebsräte. Bisher haben sich CDU und SPD stets abgewechselt. Bsirske, der im Wahlkreis aufgewachsen ist und eine bekannte Figur ist, könnte zum ersten Mal einen Sieg für die Grünen in der niedersächsischen Industriekammer einheimsen. Mit der Kandidatur steigt allerdings auch der Wettbewerb innerhalb der Grünen für die niedersächsische Landesliste. 

Bsirske rechnet sich gute Chancen aus

Der frühere Gewerkschaftsfunktionär ist optimistisch:

Für eine Partei, die unterstreicht, dass das Soziale und das Ökologische einander bedingen, hat es durchaus einen Symbolwert, wenn man als bekannter Gewerkschafter in den Bundestag geht.

Seit seinem Rückzug aus der Verdi-Führung befasst sich der erfahrene Arbeitnehmervertreter weiterhin mit dem Thema Arbeit. Seit Anfang des Jahres ist er im Rat „Zukunft der Arbeit“ der Bundesregierung. Mit weiteren prominenten Experten, entwickelt Bsirske Konzepte für die zukunftsfähige Arbeit. 

Der bisherige Abgeordnete für Helmstedt-Wolfsburg, Falco Mohrs (SPD), könnte jedoch für Bsirske bei der kommenden Bundestagswahl ein ernster Konkurrent sen. Mohrs ist jung und politikerfahren, sein Profil vertritt die neue Generation in der Arbeitswelt und Politik.

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