KI-Observatorium startet: Technik als Chance für bessere Arbeit

Künstliche Intelligenz wird die Arbeitswelt verändern. Um die Trends und Herausforderungen besser bewerten zu können, startet das Arbeitsministerium das KI-Observatorium. Damit soll es leichter werden die richtigen Weichen in der Politik zu legen. Von Alice Greschkow

  • Donnerstag, 5. März 2020

Der Trend der Künstlichen Intelligenz nimmt an Fahrt auf – immer mehr Unternehmen zeigen Interesse Prozesse durch KI zu optimieren und damit noch effizienter zu werden. Für Arbeitnehmer besteht die Sorge, was aus ihren Jobs in Zukunft wird. Um die Chancen und Herausforderungen durch Künstliche Intelligenz auf dem Arbeitsmarkt besser zu analysieren und entsprechende Strategien zu entwickeln, nahm in dieser Woche das KI-Observatorium des Bundesarbeitsministeriums die Arbeit auf. Begleitet wird es von der “Denkfabrik Digitale Arbeitsgesellschaft”.

Arbeitsminister Heil: „Maschinen für alle“

Bei der Auftaktveranstaltung in Berlin am 3. März zeigte sich Arbeitsminister Hubertus Heil optimistisch, Lösungen für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz zu entwickeln, von denen die breite Gesellschaft profitiert. Für die „soziale Technikgestaltung“ sind bis 2022 rund 20 Milliarden Euro vorgesehen. Heil sieht in der Künstlichen Intelligenz die Chance, dass das Arbeitsleben für Menschen angenehmer gestaltet werden könne und lästige oder körperlich anstrengende Tätigkeiten wegfallen.

Gleichzeitig mahnt er davor, KI mit denselben Vorurteilen zu entwickeln, die von Menschen gegenüber beispielsweise Minderheiten zur Geltung kommen. Künstliche Intelligenz im Arbeitskontext müsse fair gestaltet werden. Transparenz und Klarheit seien bei der Entwicklung der Technologie wesentlich – dem stimmte auch Ulrik Knudsen, Vizegeneralsekretär der OECD, bei der Auftaktveranstaltung zu.

Folgen des digitalen Fortschritts auf KI unvorhersehbar

Ein KI-Observatorium setzt an der Stelle an, die viele Menschen verunsichert: der Ausblick auf die Arbeitswelt wird von Pessimismus durchzogen. Eine berühmte Studie der Ökonomen Carl Benedikt Frey und Michael A. Osborne aus dem Jahr 2013 prognostizierte, dass 47 Prozent der Arbeitsplätze durch Automatisierung und andere digitale Technologien verschwinden könnten – eine Adaption der Berechnungsmethode auf Deutschland sah 42 Prozent der Stellen bedroht.

Seit der Veröffentlichung des bedrohlichen Szenarios sind jedoch sieben Jahre vergangen – in dieser Zeit sank die Arbeitslosenquote kontinuierlich. Tatsächlich ist nämlich unklar, wie der Markt auf die Digitalisierung reagiert – wo Jobs verschwinden, können neue entstehen. Dass das Arbeitsministerium ein spezielles Observatorium für Künstliche Intelligenz fördert, sollte helfen ein besseres Verständnis von den Trends und Herausforderungen zu entwickeln.

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