Sechs Punkte, die im Homeoffice geklärt werden sollten

Homeoffice ist zum “new normal” geworden – oft wird allerdings auf grundlegende Aspekte für Produktivität nicht geachtet. Sechs Tipps, mit denen die Arbeit in den heimischen Räumen besser werden kann. Von Alice Greschkow

Arbeiten aus dem Homeoffice ist schnell zur neuen Normalität für viele Arbeitnehmer geworden. Da viele jedoch aus einer Notsituation – der Corona-Pandemie – ins Homeoffice geschickt wurden, fehlt es oft an Vereinbarungen zwischen Chefs und Mitarbeitern, um sowohl eine hohe Qualität der Arbeit als auch den Arbeitnehmerschutz sicherzustellen. Es gibt eine Reihe von Stolperfallen, die geklärt werden müssen, um Streit zu vermeiden. 

1. Ausstattung: Arbeiten Arbeitnehmer von privaten Geräten oder erhalten sie die Arbeitsmaterialien vom Chef? Rechtlich betrachtet muss niemand zu Haus von privaten Geräten arbeiten – der Arbeitgeber ist dafür verantwortlich gleiche Arbeitsbedingungen für alle Mitarbeiter zu schaffen. Das heißt nicht, dass man sich nicht darauf einigen kann, die eigenen Arbeitsmaterialien zu nutzen. Wie sieht es mit anderen Arbeitsmitteln aus? Papier, Briefmarken, Druckkosten müssen vom Chef übernommen werden. Auch Arbeitgeber haben ein Interesse daran, dass die notwendigen Bedingungen geschaffen  

2. Datenschutz: Es ist im Interesse aller Beteiligter den Datenschutz auch aus der Distanz zu gewährleisten. In privaten Haushalten sind allerdings WLAN-Router sowie Geräte oft nicht umfänglich gegen Cybervorfälle gesichert, oft fehlt auch hochwertige Software gegen Schadsoftware. Gerade in Unternehmen mit sensiblen Daten, ist es wesentliche Zugänge zu Datenbanken zu verschlüsseln und eine zuverlässige Authentifizierung für Mitarbeiter zu entwickeln.

3. Gesundheit: Der Arbeitgeber ist in der Fürsorgepflicht – auch was die Gesundheit betrifft. Eine Frage, die sich langfristig stellen könnte, ist die Anschaffung von zusätzlichen Monitoren, falls Arbeitnehmer langfristig an Laptops arbeiten müssen. Das Arbeiten am Laptop kann zu Haltungsschäden, Verspannungen und Schmerzen führen. 

4. Strom- und Telefonkosten: Arbeitnehmer, die zu Hause arbeiten, haben einen höheren Stromverbrauch. Eine Vereinbarung über eine Pauschal kann geschlossen werden, damit die Betriebskosten nicht auf die Arbeitnehmer abgewälzt werden. Ähnliches muss geklärt werden, falls ein Beruf stark von telefonischen Gesprächen abhängig ist, allerdings keine Smartphones mit Unternehmensverträgen angeschafft wurden.

5. Digitale Infrastruktur: Haben Arbeitnehmer die nötigen Instrumente und digitalen Tools, um miteinander effizient zu kommunizieren und gegebenenfalls an Projekten kollaborativ zu arbeiten? Teamwork ist nicht umsonst eine der wesentlichen Eigenschafen, die in Arbeitnehmern gesucht wird – sie erzielen gemeinsam oft bessere Ergebnisse. Teamwork muss auch über die Distanz möglich sein. 

6. Digitale Etikette: Ab wie viel Uhr ist es in Ordnung nicht mehr auf Mails und Nachrichten zu antworten? In flexiblen Arbeitsverhältnissen kann man es kaum unterbinden, dass Arbeitnehmer zu Uhrzeiten arbeiten, die sich für sie persönlich wohl fühlen – dies kann auch abends oder am Wochenende sein. Allerdings trifft dies nicht auf alle zu – manche fühlen sich unter Druck gesetzt, wenn E-Mails zu unkonventionellen Uhrzeiten ankommen. Teams und Arbeitgeber brauchen in ihrer Arbeitsorganisation klare Regeln – auch in der Frage, wann „digitale Abwesenheit“ in Ordnung ist. 

Die remote Arbeitswelt ist ein großes Experiment, das glücken kann und die Art der Zusammenarbeit maßgeblich verändert. Allerdings merken viele im Alltag, dass neue offene Fragen entstehen, an die man zuvor nicht gedacht hat. Jedes Unternehmen sollte individuelle Lösungen für sich finden, um dem Betriebsklima und der Kultur gerecht zu werden. 

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