Wer zu wenig schläft, arbeitet wie betrunken

Für die Gesundheit, aber auch für die Leistungsfähigkeit ist regelmäßig ausreichend Schlaf wesentlich. Wer unter chronischem Schlafmangel leidet, riskiert dabei die Leistung eines Betrunkenen zu erbringen. Von Alice Greschkow

  • Donnerstag, 19. Dezember 2019
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Arianna Huffington, Foto: Michael Wuertenberg

Wer erfolgreich sein will, muss viel opfern – Freizeit, Energie, Schlaf. Dies ist das gängige Klischee, das Manager in der westlichen Welt vorleben. Mittlerweile ist jedoch wissenschaftlich anerkannt, dass es sich dabei um einen Trugschluss handelt – wer nämlich zu wenig schläft, schadet seiner Leistungsfähigkeit. Chronischer Schlafmangel führt zu Fehlern und mangelnder Kreativität. 

Um diesem Trend entgegenzuwirken, veröffentlichte die Journalistin und Geschäftsfrau Arianna Huffington 2016 das Buch “Die Schlaf-Revolution”.  Darin fordert sie auf, mit den Mythen aufzuräumen, die Schlafmangel glorifizieren. Sie selbst realisierte, dass die Getriebenheit schädlich sein kann, nachdem sie übermüdet am Schreibtisch einschlief und dabei mit dem Gesicht auf die Tischplatte fiel – die Folge war ein Kieferbruch. 

Seit dieser Erfahrung setzt sie sich für den Wandel von Arbeitskultur ein.  In einem Interview erklärte sie:

Wir leben mit der allgemeinen Vorstellung, dass es für Erfolg ein Burnout braucht, dass man, wenn man erfolgreich sein, ein Unternehmen gründen oder Karriere machen will, die Nacht zum Tage machen muss. Dies ist schon seit der industriellen Revolution so. Die Technologie, die einen immer grösseren Platz in unserem Leben einnimmt, hat diese Vorstellung noch verstärkt.

Arianna Huffington ist jedoch nicht die einzige, die sich dem Thema Schlaf auseinandersetzt. Der Neurowissenschaftler Matthew Walker erklärt in seinem “Großen Buch vom Schlaf” weshalb es wesentlich ist, ausreichend zu schlafen. Als Direktor des Schlaflabors der UC Berkeley, konnte er eine Reihe von Experimenten durchführen, die belegen weshalb ausreichend Schlaf notwendig ist. 

Walker geht dabei davon aus, dass ein Durchschnittsmensch pro Nacht acht Stunden Schlaf benötigt. Wenn Probanden in einem Zeitraum von zwei Wochen nur sechs Stunden pro Nacht schliefen, schnitten sie in Reaktionstests schlechter ab – ihre Konzentration war maßgeblich beeinträchtigt. Noch schlechter waren die Ergebnisse, wenn Probanden nur vier Stunden pro Nacht schliefen. Die Leistung von Personen mit chronischem Schlafmangel ist vergleichbar mit den Ergebnissen eines Betrunkenen. 

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